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Chronik bis 1962
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Chronik von Wellingen bis 1962
Abschrift zu Notizen über Wellingen
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Chronik von Wellingen

 

Aus der Wellinger Dorfchronik    

 

Der rund 300 Einwohner zählende Ort Wellingen, an den Ostausläufern des Lothringischen Stufenlandes gelegen, umgeben von Wiesenhängen und Obstgärten, kann heute auf eine mehr als tausendjährige Vergangenheit zurückblicken. Seine Entstehung reicht zurück in die frühfränkische Zeit um das Jahr 500  n. Chr. Mehrfache Bodenfunde bezeugen, daß bereits vor dieser Zeit Kelten und Römer hier ansässig waren. Nach urkundlichen Belegen aus dem 10. bis 12. Jhd. wurde der Ort damals Waltiga oder auch Waeldinga genannt, was von dem germanischen Personennamen Walto abzuleiten ist.

Der größte Teil des Bannes gehörte der Abtei Mettlach, die hier einen freien Hof sowie die Grundherrschaft und die niedere Gerichtsbarkeit in Dorf und Gemarkung besaß. Das Dorf war im Mittelalter sehr klein. In der Zeit von 1519 bis 1615 wurden zur Landes- und Reichssteuer, die dem Herzog von Lothringen und dem Kurfürsten von Trier sowie dem Kaiser zu zahlen waren, zwischen 5 und 9 Feuerstellen (Haushaltungen) veranlagt. 1624 wurden 8 Haushaltungen gezählt (2 Mettlacher Hofmänner, 3 Ackersleute, 1 Witwe, 1 Bettler, 1 Hirt).

Im Dreißigjährigen Krieg mußten die Wellinger wiederholt Anleihen machen zur Bezahlung der Kriegssteuern und zur Unterhaltung des in Merzig liegenden Kriegsvolkes. Einige waren genötigt, zugunsten der Gemeinde ihre liegende und fahrende Habe zu verpfänden. Im weiteren Verlaufe des Krieges, nach 1635, verödete der Ort, da alle Einwohner umkamen oder flüchteten. Im Jahre 1666, 18 Jahre nach Beendigung des Krieges, waren in Wellingen 2 Familien ansässig, die sich als Fremde hier niedergelassen hatten. In der folgenden Zeit kamen noch andere hinzu, und es entstand eine neue Dorfgemeinschaft.

1722 bauten die Wellinger, die der Pfarrei Büdingen zugehörten, anstelle der alten zerfallenen eine neue Kapelle, die im Jahre 1882 abermals durch eine neue, die heute noch bestehende, ersetzt wurde.

Alte Kapelle Wellingen

 

Bei der Teilung des Saargaues 1878 zählte Wellingen 13 Haushaltungen, 6 Ackersleute und 7 Tagelöhner. Verwaltungsmäßig war es dem Amt Busendorf zugeteilt. In der Folgezeit, bis zum Übergang an Preußen 1815, wuchs die Einwohnerzahl des Dorfes auf 216 Seelen an.

In dieser Zeit begann auch der erste Schulunterricht in Wellingen. Die Kinder, die bis dahin in Büdingen zur Schule gingen, wurden zunächst nur während des Winters im eigenen Dorfe unterrichtet, während sie im Sommer weiterhin die Schule zu Büdingen besuchten.

Endlich im Jahre 1859 wurde Wellingen zu einer selbständigen Schulstelle. Der Unterricht wurde in verschiedenen gemieteten Lokalen erteilt, bis die Gemeinde ein eigenes Haus erwarb.

1843 zählte der Ort 47 Häuser, 1 Kapelle und eine Schule. Schlechte wirtschaftliche Verhältnisse in der Zeit von 1835 bis 1870 veranlaßten 29  Personen aus dem Dorfe, einige mit Familie, nach Amerika oder Frankreich auszuwandern.

In der folgenden Zeit besserten sich die Verhältnisse. Die Chronik berichtet aus dem Jahre 1898 von dem beachtlichen Ergebnis einer Viehzählung, wonach es in Wellingen 51 Pferde, 187 Kühe, 284 Schweine, 6 Ziegen» 5 Gänse, 4 Enten und 535 Hühner gab.

Der erste Weltkrieg 1914 bis 1918 brachte Not und Entbehrung ins Dorf. Von den 41 Kriegsteilnehmern kehrten 5 nicht mehr zurück.

Beim Ausbruch des zweiten Weltkrieges, im September 1939, wurde die Bevölkerung nach Mitteldeutschland (Thüringen) evakuiert.

Ein Jahr später, im Herbst 1940  erfolgte die Rückkehr. Im Verlaufe der Kämpfe am Westwall wurde Wellingen im November 1944 von amerikanischen Einheiten besetzt. Wegen der Rundstedtoffensive mußte die Bevölkerung,, die bis auf wenige Personen im Ort geblieben war, ihre Gemeinde zum zweitenmal verlassen.

Am Tage vor Weihnachten erfolgte die Evakuierung nach GroBhemmersdorf. Im März 1945 wurde Wellingen wieder besiedelt. Der Ort war von schweren Zerstörungen verschont geblieben.

In den Nachkriegsjahren blieb auch in Wellingen die Zeit nicht stehen. Die Spuren des Krieges wurden nach und nach beseitigt. Eine neue Lehrerdienstwohnung wurde an die Schule angebaut. Der Ort wurde kanalisiert, die Dorfstraßen und Feldwege ausgebaut.

In diesen Tagen ist Wellingen in der glücklichen Lage, ein neues, modernes Schulhaus einzuweihen. Der großzügig angelegte Bau mit seinen hellen und freundlichen Räumen bildet zusammen mit der Lehrerdienstwohnung eine gelungene Einheit.

Ein anderes Ereignis von sehr hohem Rang steht den Wellingern noch bevor. Am 1o. Mai dieses Jahres machte seine Exzellenz Weihbischof Carl Schmidt den ersten Spatenstich zum Bau einer neuen Kapelle. Einige Tage danach wurde mit den Arbeiten begon¬nen. Der Tag der Einweihung des neuen Gotteshauses wird ein Ehrentag für diu ganze Gemeinde sein und ein neuer Meilenstein in der Dorfgeschichte.

 



 


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